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Sichtbarer Ausdruck des Totengedenkens ist das Grab mit der Grabbepflanzung und dem Gräberschmuck und dem Grabmal. Es hat in der abendländischen Bestattungsgeschichte eine lange Tradition, war nicht selten ein teures Privileg der sozialen Oberschicht, ist aber seit fast zweihundert Jahren allgemein üblich und prägt im Zusammenspiel aller Einzelgräber das Erscheinungsbild unserer Friedhöfe. Grabstätten und Grabmale sind besondere Zeichen der Erinnerung. Wie in kaum einem anderen Lebensbereich gestaltet der, der ein Grabmal setzt, ein Stück seiner eigenen Wirklichkeit, sagt etwas aus über sich und den Toten, seine Beziehung zu ihm, und er gibt etwas von seiner persönlichen Einstellung zu Leben und Tod preis. Im Grabmal gestaltet er Erinnerung, Gegenwart und Zukunft, denn das Grabmal hat viele Jahre oder sogar Jahrzehnte Bestand.                                                                                               

Da das Grabmal eine Grenze zwischen Leben und Tod markiert, kann es in besonderer Weise auch Symbol sein für unsere eigene Einstellung zu Leben und Tod, für die Haltung des Verstorbenen, für die Beziehung zwischen Lebenden und Toten. Alle Funktionen zusammengefaßt kann das Grabmal als Botschaft, modern ausgedrückt, als Träger von Kommunikation verstanden werden.

(aus: "Friedhof und Denkmal", 11/99, Hrsg. Arbeitsgemeinschft Friedhof und Denkmal e. V., Kassel)