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Unterschiede zwischen Feuer- und Erdbestattung

Das Bestattungsrecht in Deutschland lässt zwei Bestattungsarten zu: die Erdbestattung und die Feuerbestattung. Die Entscheidung für eine der beiden Bestattungsarten hat Auswirkungen auf die rituellen Abläufe der Bestattung und auf das Totengedenken.

Entscheidend für die heutige Situation auf vielen Friedhöfen ist die Wiederkehr der Feuerbestattung. 1878 wurde in Gotha das erste deutsche Krematorium eröffnet. Mit der Zulassung der Kremation wandelte sich das Erscheinungsbild der Friedhöfe grundlegend. Einerseits direkt durch Aschestreuwiesen, Kolumbarien, Urnengrabzeichen sowie Urnengrabfelder, die sich formal und ästhetisch auf die Größe und das Format der Urnen beziehen. Andererseits indirekt, da mehr oder weniger spektakuläre Bestattungsformen, wie die Weltraumbestattung oder die Herstellung von Erinnerungsdiamanten aus der Asche der Verstorbenen ohne die Einäscherung der Verstorbenen zwingend voraussetzen. Aus rein pragmatischer Sicht sprechen viele Vorteile zunächst für die Feuerbestattung. Doch darf nicht übersehen werden, dass die Kremation als der technisierte Umgang mit den Toten im Hinblick auf eine sinnfällige Ritualentwicklung ein in Deutschland noch immer ein nicht gelöstes Problem darstellt.

Die Erdbestattung, bei der der Verstorbene mit dem Sarg im Grab beigesetzt wird, orientiert sich in ihren Handlungsschritten am traditionellen christlichen Begräbnis. Somit finden sich bei der Erdbestattung sämtliche Grundbestandteile der Übergangsrituale. Ihre Komplexität und Feierlichkeit waren und sind christliche Bestattungsriten Ausdruck einer jenseitsorientierten Weltsicht, in deren Mittelpunkt die tröstende Auferstehungshoffnung stand. Bürgerlich-säkularisierte Begräbnisse übernahmen und variierten die Grundbestandteile. Noch heute werden sie in ihren Grundzügen von vielen Menschen nachweislich als hilfreich bei der Bewältigung ihrer Trauer empfunden.
Die verschiedenen Bestattungsformen bestimmen Form und Größe der Grabarten. Um zu der Grabstätte zu finden, die einem angesichts der schweren Verlusterfahrung entspricht, ist es wichtig, sich vor der Wahl des Grabes gut zu informieren.