. .

 

 

 

Nicht zu übersehen ist seit einigen Jahren, dass die Trauerkultur sich in einer Phase des grund- legenden Wandels befindet. Dieser zeigt sich nicht nur in der weitgehenden Ausblendung des Themas Tod im Alltag, sondern insbesondere auch im Trend zur Anonymisierung in der Bestattungskultur. Zu nennen sind etwa die Beisetzung in Urnenwänden - sogenannten Kolumbarien - und in Friedwäldern oder die anonymen Bestattungen auf Streuwiesen. Es vollzieht sich eine Hinwendung zu Bestattungsformen, die eine nur mehr eingeschränkte rituelle Kommunikation zulassen. 

Um den zeitgemäßen Anforderungen gerecht zu werden, sind innovative Denkansätze gefordert. Neue Antworten auf das veränderte Bestattungs- und Grabpflegeverhalten breiter Bevölkerungs- schichten sind zu finden. Dabei spielt das Grabmal als individuell gestaltetes und an persönlichen Bedürfnissen ausgerichtetes Zeichen der Erinnerung an den Verstorbenen eine wichtige Rolle in der Trauerbewältigung.

Die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema der sich wandelnden Trauer- und Bestattungskultur führt zur Erkenntnis, dass Trauernde mit den derzeit angebotenen Bestattungsformen mehr Probleme bei der Trauerbewältigung haben als zunächst angenommen.